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AKTIEN AUF ALLZEITHOCHS - LOHNT SICH DER EINSTIEG NOCH?

Aktuell sehen wir Allzeithochs im DAX, dem Euro STOXX 50, dem amerikanischen S&P 500 oder dem Technologieindex Nasdaq. Viele Privatanleger stellen sich in Zeiten neuer Allzeithochs die Frage: „Lohnt sich ein Einstieg auf diesen Niveaus noch?“ -denn der Begriff Allzeithoch wird gerne als Bewertungskennzahl verstanden. Wir erläutern, warum diese Assoziation ein Irrtum ist.

Dass die Kurse vieler Indizes in den letzten Jahren gestiegen sind, sagt nichts darüber aus, ob Aktien teuer bewertet sind. Ein DAX-Stand von über 10.000 Punkten wurde von vielen Anlegern damals als teuer empfunden. Heute, etwa 7 Jahre später, steht dieser bei über 16.000 Punkten – und ist trotz Kurssteigerungen nicht wesentlich teurer bewertet als zuvor. Woran liegt das? Um zu ermitteln, ob eine Aktie tatsächlich teuer oder günstig bewertet ist, darf der Kurs nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss mit fundamentalen Kennzahlen ins Verhältnis gebracht werden. Eine der bekanntesten unter diesen Kennzahlen ist das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Diese Kennzahl setzt den aktuellen Kurs einer Aktie mit dem Unternehmensgewinn ins Verhältnis und besagt, wie oft der Gewinn im aktuellen Kurs einer Aktie enthalten ist bzw. nach wie viel Jahren der Gewinn den Preis der Aktie „amortisiert“ hat. Das KGV verringert sich sogar, sofern die erwarteten Gewinne stärker steigen bzw. weniger stark fallen als der Kurs der Aktie. In der Grafik ist erkennbar, dass der DAX (in grau dargestellt) zwar mit zwischenzeitlichen Rücksetzern gestiegen, aber nicht wesentlich teurer (KGV in rot) geworden ist. Somit ist das Allzeithoch an sich also nicht problematisch und nicht maßgeblich für einen Ein- oder Ausstieg!

Auf Basis der aktuellen Informationslage sprechen unseres Erachtens drei wesentliche Gründe weiterhin für Aktien:

  • Zum einen mangelt es aufgrund des Niedrigzinsniveaus an Anlagealternativen. Staatsanleiherenditen liegen je nach Rating nahe null oder weiterhin im negativen Renditebereich. Unternehmensanleiherenditen im Investmentgradebereich liegen nur unwesentlich höher. Folglich fällt das KGV bei Anleihen deutlich höher aus als bei Aktien. Ein realer Kapitalerhalt ist hier derzeit nicht erzielbar. Die Aussicht steigender Leitzinsen hat zudem bei Anleihen längerer Laufzeiten bereits für Kursverluste gesorgt. Auch für Immobilien wird die Luft immer dünner. In vielen Städten sind über die letzten Jahre die Kaufpreise für Immobilien stärker gestiegen als die Mieten, sodass kaum noch auskömmliche Mietrenditen erzielbar sind.
  • Ein zweiter Grund, der für Aktien spricht, ist die gute Auftragslage der Unternehmen, sowie deren konjunkturelle Aussichten. Aufgrund der Anhäufung von hohen Geldbeständen in den Corona-Lockdown-Phasen sowie weltweiten Lieferengpässen ist die Nachfrage momentan höher als das Angebot. Die Auftragsbücher vieler Unternehmen sind prall gefüllt. Um die Nachfrage decken zu können, weiten sie die Kapazitäten aus, indem beispielsweise neue Fachkräfte eingestellt werden und in neue Maschinen sowie Produktionsstätten investiert wird. Vor allem Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht können die gestiegenen Erzeugerpreise in Teilen an Ihre Kundschaft weitergeben, sodass die Verringerung der Margen bei ihnen geringer ausfallen dürfte. Sollten sich die Materialengpässe in den nächsten 4-6 Monaten abbauen, dürfte das konjunkturelle Wachstum auch in Deutschland im nächsten Jahr verstärkt an Fahrt aufnehmen. Fortschreitende Impfquoten und eine sich hoffentlich entspannende Inflationslage sollten dazu führen, dass vermehrt Investitionen und Konsum nachgeholt werden.
  • Ein drittes Argument pro Aktien sind die Dividendenerträge. Gerade Institutionen und Stiftungen benötigen Kapitalerträge für das laufende Geschäft bzw. um ihrem Zeck nachkommen zu können. Dadurch, dass auf der Anleihenseite keine nennenswerten Kupons mehr gezahlt werden, müssen sich Investoren nach Alternativen umschauen. Dies beflügelt Aktien zusätzlich. Sofern man allein die durchschnittliche Dividendenrendite von 2,9% im DAX betrachtet, liegt diese über einem Vielfachen der aktuellen Rendite von Unternehmensanleihen guter Bonität. Auch auf europäischer Ebene sieht es mit 3,3% Dividendenrendite (Euro STOXX 50) ähnlich aus. 

Sicherlich gibt es Aktien und Branchen, die mittlerweile überbewertet sind. Weiterhin gilt es Einflussfaktoren wie beispielsweise die Infektionszahlen, geopolitische Ereignisse vor allem aber auch die Notenbankenpolitik im Blick zu behalten und auf eine breite Titelstreuung aus Wachstums-, Substanzwerten und Opportunitäten zu setzen. Hierbei spielt sowohl die Branchen- und Länderauswahl eine wichtige Rolle, wie auch die rechtzeitige Sicherung von Kursgewinnen. Zu guter Letzt bietet auch immer die eigene Gelassenheit temporäre Schwankungen aushalten zu können eine gute Basis für einen nachhaltigen Börsenerfolg.
 

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